Geschichte – Kloster St Gallen 2018-03-03T01:17:05+00:00

Geschichte – Kloster St. Gallen

Die Insel Wasserburg mit der Kirche St. Georg gehörte zum Besitz des Klosters St. Gallen. Der Ire Gallus (550 – 640) kam unter Abt Columban im Auftrag der Frankenherrscher an den Bodensee und wurde von weiteren Missionaren begleitet. In mehreren alten Römerorten fanden sie Reste des christlichen Glaubens, so in Bregenz und in Arbon. Im Jahr 612 verließ er Arbon um sich in der Einsamkeit niederzulassen. Aus seiner Zelle im Steinachtal ging das Kloster St. Gallen hervor. Er selbst soll die Urpfarreien im Landkreis Lindau, wie zum Beispiel Sankt Gallus, Sigmarszell, gegründet und auf dem St. Johannisberg bei Zeiserstweiler eine Taufkapelle erbaut haben.

Die alemannischen Klöster um den Bodensee hatten einen immensen Besitz, hingegen führte der Bischof von Konstanz im Vergleich mit anderen Bistümern ein eher bescheidenes Dasein. Wie kam es dazu? Der Grund liegt in den Auseinandersetzungen der Alemannen mit den Franken. Nach dem Sieg des Frankenkönigs Clodwig über die Alemannen bei Zülpach im Jahr 496 ließ sich Clodwig taufen. In Folge dessen förderte er iro-schottische Missionare im Gebiet der Alemannen, die hier zahlreiche Missionsstationen und Klöster gründeten. König Dagobert I. soll um 630 selbst in Meersburg am Bodensee gewesen sein und die Missionstätigkeit unterstütz haben.

Doch auch christianisiert behielten die Alemannen ihre Eigenständigkeit, was den Franken ein Dorn im Auge war. So eliminierten sie den alemannischen Adel beim „Blutgericht von Canstatt“ im Jahr 746 fast vollständig. Als der merowingische Hausmeier Karlmann weiter in den Süd-Osten zog, fürchteten die freien Alemannen am Bodensee um ihr Gut und Leben. Mit einem Trick retteten sie sich: Sie schenkten ihren gesamten Besitz den Klöstern. Kirchengut durfte von einem christlichen Herrscher nicht eingezogen werden. Mit den Klöstern vereinbarten die Stifter, dass deren Familien auf Grund und Boden wohnen bleiben und den vorherigen Besitz weiterbewirtschaften und verwalten durften. Damit wurden sie den Klöstern zwar abgabenpflichtig, hatten aber den Schutz der Kirche vor den merowingisch-fränkischen Invasoren.

In dieser Zeit erfolgt die eigentliche Errichtung des Kloster St. Gallen durch Otmar und die Gründung des Klosters Reichenau durch Pirmin. Der Heilige Pirmin (670 – 753) gründete im Auftrag der Franken das Kloster auf der Bodenseeinsel. Da seine Gründung und damit er als Abt schnell zu reich und mächtig wurde, wurde er durch die Franken auf Lebenszeit von der Reichenau verbannt. Pirmin gründete in der Folgezeit weitere Klöster im alemannischen Raum und starb schließlich in Hornbach in der Pfalz.